Neubau Wohn- und Atelierhaus
Lysbüchel-Areal, Basel, Schweiz
Planung 2019-2021
Ausführung 2021-2023
Lysbüchel-Areal, Basel, Schweiz
Planung 2019-2021
Ausführung 2021-2023
Wohnbaugenossenschaft Lyse-Lotte, Basel, Schweiz
Clauss Kahl Merz Atelier für Architektur + Städtebau GmbH und Martina Kausch Architektinnen, Basel, Schweiz
Ana Maria Eigenmann, Vanessa Pettito, Manuel Wehrle, Ann-Christin Westkamp
Das Lysbüchel-Areal im Norden Basels wurde ursprünglich gewerblich genutzt. Seit 2017 ist im südlichen Bereich des Grundstücks eine architektonisch vielfältige Wohnumgebung entstanden. Die Inhaberin Habitat parzellierte das Gelände in 15 Teile, wovon 12 Parzellen im Baurecht an Genossenschaften abgegeben wurden. Der Streifen, auf dem heute die «Lyse-Lotte» steht, war früher eine Art Abstandsraum zwischen der ausfransenden Blockrandstruktur des St. Johann-Quartiers und den angrenzenden Gewerbebauten.
Lyse-Lotte ist ein Haus für ca. 40 Personen. Das collagenhafte Ergebnis wird im Ausdruck zum Symbol einer partizipativen Architektur. Der Neubau umfasst ein Untergeschoss, vier Obergeschosse sowie ein Dachgeschoss. Zu den gemeinschaftlich genutzten Flächen zählen der Garten, die Eingangshalle sowie das Dach, mit seinen zwei statisch unabhängig voneinander platzierten Aufbauten, welche als Gewächshaus resp. als Gästewohnung genutzt werden. Daneben bietet die grosse, teilweise überdeckte und begrünte Dachterrasse einen beschatteten gemeinschaftlichen Aussenraum.
Der Vielfalt der Trägerschaft entsprechend, sind auch die Wohnungstypen und Grundrisse unterschiedlich. Grosse Familienwohnungen stapeln sich über LEA-zertifizierten, hindernisfreien und altersgerechten Laubenwohnungen, während im überhohen Sockel in zweigeschossigen Wohnateliers gewohnt und gearbeitet wird. Ein Jokerzimmer, das von der Wohnhalle zugänglich ist, zeugt von zeitgenössischen Wohn- und Arbeitsbedürfnissen.
Das Tragwerk besteht aus Ortbeton. Die Anzahl tragender Wände wurde auf ein Minimum reduziert, um eine hohe Nutzungsflexibilität zu gewährleisten. Die Decken mit Spannweiten bis 6,6 m wurden in 25 cm Stärke ausgeführt. Lediglich die Decke über dem 4. Geschoss wurde aufgrund der hohen Lasten durch die Aufbauten sowie die Einlagen der Dachentwässerung in 28 cm Stärke ausgeführt.
Die Balkone im 2. Obergeschoss – ein Laubengang für die Geschosswohnungen – sowie die Terrassen der grösseren Wohnungen im 3. und 4. Obergeschoss sind an eine südöstlich vorgestellte Stahlstruktur angebunden, welche gleichzeitig die Fassadenbegrünung trägt.