Ersatzneubau Bezirksgericht Hinwil
Hinwil, Schweiz
Wettbewerb 2021
Planung 2021-
Baubeginn 2025
Hinwil, Schweiz
Wettbewerb 2021
Planung 2021-
Baubeginn 2025
Hochbauamt Kanton Zürich / Obergericht Kanton Zürich
ARGE Koya Architektur, Basel & Haller Gut Architekten, Bern, Schweiz
Oliver Fricke, Markus Stebler, Chiara Stegmüller, Christoph Wallhorn, Manuel Wehrle
Das Bezirksgericht Hinwil ist eines von zwölf Zivil- und Strafgerichten des Kantons Zürich. Mit dem geplanten Neubau entsteht ein zeitgemässes Gerichtsgebäude, das den funktionalen Anforderungen von Richterinnen und Richtern, Mitarbeitenden, Parteien und der Öffentlichkeit gerecht wird. Ziel ist es, die betrieblichen Abläufe optimal zu unterstützen, die Sicherheitsstandards zu erhöhen und ein nachhaltig konzipiertes Raumangebot bereitzustellen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Aspekt einer interdisziplinären Nachhaltigkeit. So wird die Architektur durch Elemente geprägt, die im Zusammenhang mit der Energiebilanz des Gebäudes stehen. Der Neubau ist als langgestreckter, schlanker Baukörper geplant. Die Konstruktion des Gebäudes und die Fassade sind oberhalb des Terrains primär aus Holz und werden durch eine CO₂-arme Holzfaserdämmung ergänzt. Im Brüstungsbereich und in den Vordächern der Fassade sind Photovoltaik-Module installiert. Im Innenbereich kommen Lehmbauplatten und Lehmverputz zum Einsatz.
Ein zentrales architektonisches Element bildet die als Doppelhelix ausgebildete Treppe. Die geschossweise wechselnde Nutzung zwischen Büroräumlichkeiten und Gerichtssälen trennt konsequent die öffentlichen und internen Wegeführungen.
Das Tragwerk basiert auf einem Holzskelettbau; die Gründung und die tragenden Bauteile im Untergeschoss bestehen aus Stahlbeton. Ab dem Erdgeschoss kommt Beton nur noch in den aussteifenden Kernen sowie in Teilen der Decken und der Treppe zum Einsatz. Die übrigen Tragelemente werden aus Vollholz und Brettschichtholz gefertigt. Vertikal erfolgt die Lastabtragung in Skelettbauweise mittels CLT-Decken (Brettschichtholzdecke), die die Lasten auf die regelmässig im Raster angeordneten Stützen übertragen. Die linearen Holzträger liegen auf drei Stützen auf und spannen in Gebäudequerrichtung, wobei die äusseren Stützen von der Fassade zurückversetzt sind, sodass die CLT-Decken über diese hinausragen. Die dadurch gewonnene Raumhöhe kann ideal für die horizontale Verteilung der Haustechnik genutzt werden.
Das gewählte Stützen-Träger-Raster erlaubt eine flexible Nutzung und erleichtert künftige Anpassungen oder Erweiterungen. Die hohe Vorfertigung der Bauelemente wirkt sich positiv auf Bauzeit und Wirtschaftlichkeit aus. Die Projektierung berücksichtigt Ressourcen- und Klimaschutz. Ziel ist die Zertifizierung nach Minergie-P-ECO und SNBS Gold.