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13 / 03 / 2017

Zusammenarbeit.

Neue Elefantenanlage Zoo Basel

Als unsere Bauunternehmung die Unterlagen für die Kalkulation der Baumeisterarbeiten für den neuen Stall erhielten, waren wir schon glücklich festzustellen, dass ZPF als Bauingenieur diese Baustelle ausführt. Durch schon langjährige Zusammenarbeit wussten wir, dass dieses Büro praktische Lösungen für das Erstellen plant und flexibel auf unsere Vorstellungen über Bauabläufe eingeht.

Beim Unternehmergespräch wurde dieser Eindruck bestätigt, als wir die Arbeitsabläufe entlang der Oberwilerstrasse sowie das Umlegen des Rümelinbachs besprachen. Kurz nach Auftragserteilung an unsere Firma konnten an einer Startsitzung alle Abläufe der ersten Bauetappe zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst werden. Die besondere Herausforderung dieser ersten Etappe war, dass die ersten 30 m des Kanals innert drei Wochen bis Weihnachten 2013 gebaut werden mussten, so dass die Rampe für die Baustellenzufahrt des Restaurants darüber erstellt werde konnte. Kurzfristig konnten wir mit ZPF die Planung und Ausführung in Ortbeton umstellen und haben den Kanal mit einem Ortbetonboden, die Wände und Decke jedoch mit vorfabrizierten Elementen erstellt, welche monolithisch in einer Etappe ausbetoniert wurden. Dadurch konnte die kurze Bauzeit, inkl. Böschungssicherung mit Nagelwand eingehalten werden.

Unter Starkstrom

In der Folge mussten wir entlang der Oberwilerstrasse die gesamte Aussenwand des neuen Elefantenstalls mit dahinterliegendem Rümelinbachkanal in 3 Etappen erstellen. Dies weil im Trottoir über dem Kanal eine Starkstromleitung von 50 KV liegt. Diese versorgt die gesamte Innenstadt von Basel mit Strom. Das Vorgehen hat Andreas Zachmann im Vorfeld mit den IWB und dem Starkstrominspektorat in Bern abgeklärt und bewilligen lassen. Jede Etappe mit einer Länge von ca. 18 m erforderte folgende Arbeitsgänge:  Aushub Trottoir bis Kabel - Kabel in Betonkanal freilegen, sichern und an Träger aufhängen - Aushub unter Kabeltrasse auf eine Tiefe von ca. 6.50 m inkl. senkrechte Böschungssicherung mit Nagelwand - Erstellen Rümelinkanal - Erstellen Stallwand als freistehende wasserdichte Stützmauer inkl. Perimeterdämmung auf Parzellengrenze - Auffüllen mit Kies und Füllbeton bis unter Kabeltrasse - Kabeltrasse wieder erstellen mit Hüllrohren und Hüllbeton. Dieses Vorgehen entlang der Oberwilerstrasse konnte nur mit guter Zusammenarbeit aller Planer und Unternehmer erreicht werden, was an zwei Besprechungen pro Woche optimiert wurde.

Bis ins letzte Detail

Nach Beendigung dieser Bauphase von 8 Monaten konnte der Rümelinbach in den neuen Kanal umgeleitet werden und der Restaushub mit Abbruch des alten Kanals erfolgen. Danach erfolgte der Bau des neun Elefantenstalls durch Aussenwänden mit zweischaligem Beton und Kerndämmung, welche innen und aussen sichtbar und Elefantenbeständig sein mussten. Nach Bemusterung wurde die Innenseite mit einer Schalung mit liegenden Gerüstbrettern erstellt und der eingefärbte Beton mit leichten Wasserstrahlen aufgeraut. Die Etappen mussten auf die grossen Toröffnungen und die eingelegten Wandheizungen angepasst werden. Die Aussenseite wurde mit Kratzbeton auf eine Höhe von bis 8 Meter in zwei Höhenetappen erstellt. Um Rost infolge zu kleiner Betonüberdeckung zu vermeiden wurde die äussere Armierung mit Prezinc erstellt. Die gesamten Etappeneinteilung und den Arbeitsvorgang konnten wir bei mehreren Gesprächen mit ZPF optimiert, da wir über die Erfahrung mit dem Kratzbeton und ZPF die nötigen statischen Anforderungen verfügen. Diese gute Zusammenarbeit für den Kratzbeton konnten wir schon im Jahre 2002 beim Bau des Schaulagers in Münchenstein austesten. Dort haben wir zusammen mit ZPF die Fassade in Kratzbeton entwickelt. Wir mit dem Handwerk für den Kratzbeton inkl. der Beton-Eigenschaften und ZPF erfand die freien Ecken und die flexiblen Verankerungen damit sich die Aussenschale um den Baukörper in beschränktem Masse bewegen kann.

 

Parallel zum Elefantenstall wurde die sehr komplexe Aussenanlage gebaut. Diese Gestaltung durch Trockengräben mit Kratzbeton, Wasserbecken, künstlichen Felsen mit Futterstellen, Stahlpoller zur Abtrennung sowie Nachbildungen der Baobab-Bäume. Bei den grossen Trockengräben mit Kratzbeton konnten wir mit der Flexibilität von ZPF ein System entwickeln, bei dem wir die Arbeitsfugen selbst einteilen konnten. Dies ist nötig, da beim Kratzbeton die Etappengrösse der Witterung angepasst werden kann. Auch die Eisenlisten wurden so gewählt, dass wir eine oder mehrere Etappen zusammen bestellen konnten, so wie der Platz und die Witterung es zuliessen. Bei den Baobab-Bäumen entwickelten wir zusammen mit ZPF ein System, bei welchem wir die Schalen nach Plan des Landschaftsarchitekten vorfabrizieren konnten. Dabei unterstützte uns ZPF sehr mit der flexiblen Armierungseinteilung und der gewichtssparenden Lösung der nötigen Aussteifungen. Nach der stehenden Montage der 6.50 m hohen Elemente im Kreis und deren Verbindung wurde im Innern ein Betonring auf eine Höhe von 5.00 m vorbetoniert damit der Erddruck der Auffüllung und der Baumwurzeln nicht durch die Elemente aufgenommen werden musste. Erschwerend kam dort dazu, dass auf einer Seite eine durchgehende Futterstelle eingebaut wurde, welche mit dem statischen Ring umgangen werden musste. Dabei hat ZPF sicher in die grosse Trickkiste gegriffen.

Kommunikation und Flexibilät bei der Ausführung

Bei allen diesen Erklärungen gilt es zu berücksichtigen, dass Elefanten sehr wendige und intelligente Tiere sind, welche durch Ihre Kraft auf einer Höhe von 4 m einen Druck oder Zug von 50 KN ausüben können. Diese Tatsache erforderte bei allen Poller, freien Kanten, Stützen und Einlagen eine besondere Berücksichtigung und Armierung welche diese grossen Kräfte aufnehmen kann. Die flexible Planung der Landschaftsarchitekten mit immer wieder neuen Erkenntnissen und Wünschen der Tierhaltung erforderte von allen beteiligten Mitarbeitern von ZPF oft eine grosse Flexibilität mit Zusätzen oder Änderungen, welche uns trotzdem einen kontinuierlichen Arbeitsablauf auf der Baustelle ermöglichte. Auch diese Herausforderung meisterte ZPF mit Zusatzaufwand hervorragend.

 

Schade, dass wohl keine weitere Elefantenanlage in der nächsten Zeit gebaut wird. Für mich persönlich war dies die fünfte Elefantenanlage mit Kunstfelsen, was den Ablauf sicher nicht behinderte, da einige spezielle Anforderungen schon bekannt waren.

Wir freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro ZPF bei anspruchsvollen Bauten mit Sichtbeton in der Gewissheit einen Partner mit grosser Erfahrung und genauer Planung für diese Art des Bauens an unserer Seite zu wissen.

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